Infos
 

Jahresbericht 2018

Nach den Rekordmengen vom Vorjahr, wurde im Jahr 2018 trotz sehr trockenem Klima annährend gleich grosse Mengen getrocknet. Mit 4'835 Tonnen Trockengut darf das Jahr als sehr gutes Erntejahr bezeichnet werden und liegt damit 10% über den Durchschnittsmengen der letzten fünf Jahre. Die getrocknete Maismenge wurde gegenüber dem Vorjahr nochmals um 27 Tonnen auf 3'732 gesteigert (siehe Abbildung 1). Der Gasverbrauch über alle Produkte blieb mit 7.3 m³/ dt annährend gleich tief wie im Vorjahr (7.2 m³/ dt).

Abbildung 1: Trocknungsleistung 2018 im Vergleich mit den Vorjahren

Klima

Nach einem schneereichen Winter und einem kühlen März, begann eine markante Frühlingserwärmung mit sehr warmen Monaten April und Mai. Auch der Sommer war sehr heiss, sonnig und gipfelte mit einer zehntägigen Hitzewelle anfangs August. Die anhaltend hohen Monatswerte mündeten in einen neuen Wärmerekord des Sommerhalbjahrs von 2.4 Grad über der Norm von 1981-2010. Selbst die bisher alles überragende Wärme des legendären Hitzesommers 2003 wurde leicht übertroffen. Auch der Herbst war sehr warm und sonnig.

Dazu kam andauernder Regenmangel, welcher Meteo Schweiz als «Jahrhundert Regenmangel in der Ostschweiz» bezeichneten. Wobei es den Hinterthurgau nicht ganz gleich schlimm erwischte, wie die restliche Ostschweiz. In den acht Monaten von April bis November fielen nur 59% der Norm von 1981-2010. Es fehlte der Regen von mehr als drei normalen Sommermonaten. Das ist das deutlichste April-November Regendefizit in der Ostschweiz seit Messbeginn 1864.

Gras

Der Regenmangel im Frühling machte sich vor allem bei der Grassaison bemerkbar. Im April, Mai und Juni hatten wir pro Monat nur je vier bis fünf Kunden mit Gras. Ein Drittel der Jahresgrasmenge wurde von Mitte bis Ende Oktober während der Maissaison getrocknet. Vom 23. April bis 22. Oktober wurden lediglich 165 Tonnen Graswürfel produziert.

Getreide

Über die Sommermonate vom 22. Juni bis am 2. August konnte eine Menge von 610 Tonnen Getreidewürfel getrocknet werden. Das sind 90 Tonnen weniger wie im Vorjahr und damit liegen die Getreidemengen im Durchschnitt der letzten fünf Jahren.

Mais und Kolbenmais

Die warmen und sonnigen Sommermonate trugen hauptsächlich dazu bei, dass die Maissaison ausserordentlich früh begann. In den letzten Jahren wurde jeweils erst in der zweiten Septemberwoche mit dem Trocknen von Mais gestartet. 2018 wurde bereits vier Wochen früher, am 14. August der erste Mais angeliefert. Bis zum Saisonende vom 26. Oktober wurden 3'732 Tonnen Mais getrocknet. Wenige 27 Tonnen mehr als im Vorjahr – neuer Rekord. Damit auch knapp 25 % mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahren.

Der effektiv bezahlte Durchschnittspreis pro Dezitonne Maiswürfel betrug wie im letzten Jahr 10.80 CHF. Darin noch nicht berücksichtig sind über 15'000 CHF gewährte Frühernterabatte, für die Trocknung vor dem 16. September.

Vom 9. bis 25. Oktober wurden lediglich 319 Tonnen Kolbenmais getrocknet. 1996 wurden letztmals geringere Kolbenmaismengen produziert.

Zuckerrüben

Nachdem im Vorjahr 250 Tonnen Zuckerrübenschnitzel getrocknet werden konnten, fragte die Zuckerfabrik Frauenfeld erneut an. Leider kam die Anfrage aber erst kurz vor Weihnachten. Da der Handel von Zuckerrübenschnitzel schwierig abzuschätzen ist, kann der Bedarf nicht früher angemeldet werden. Ein Auftrag wurde abgelehnt, da die Anlage bereits gereinigt war und über die Weihnachtstage nicht in Betrieb genommen wird.

Personal

Trocknungsmeister Heiri Zuber führte den Trocknungsbetrieb zusammen mit Beat Baumgartner und Stefan Hasler wie gewohnt souverän durch die Saison. An einzelnen Tagen haben Trocknungsmeister Heiri und sein Stellvertreter Beat zusammen die Anlage bedient. In der kommenden Saison soll das Weitergeben von Heiri’s Fachwissen an Beat weiter intensiviert werden. Für eine Verbesserung der Betriebssicherheit wurden neue Feuerlöscher und eine neue Betriebsapotheke angeschafft. Zudem absolvierte Heiri Zuber den AgriTOP Basiskurs zum Sicherheitsbeauftragten.

Trocknungsanlage

Bis zum Saisonstart wurden die zwei Projekte Brennersteuerungsumbau und Platzsanierung wie geplant durchgeführt. Eine Erneuerung der 30 Jahre alten Steuerung des Brenners und der Einzelteile der Gaseinspritzung waren unumgänglich, damit in Zukunft eine voll funktionstüchtige Brenneranlage zu Verfügung steht. Nach Einfahren der neuen Gaskurve konnte die Saison unter Volllast des Brenners laufen gelassen werden.

Nach Absprache mit der Tierkörpersammelstelle Hinterthurgau wurde Ende April für den Vorplatz zwischen Graströchni und Tierkörpersammelstelle der neue Belag eingebaut.

Der gesetzlich vorgeschriebene periodische Sicherheitsnachweis für Elektroinstallationen (SiNa) wurde 2018 erneuert. Während der Hauptsaison machte der Motor von Würfelpresse 1 Probleme, sodass auf die zweite Würfelpresse ausgewichen werden musste. Der Motor wird im März ersetzt.